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Nachdem der Auslosung zur Meisterschaftsendrunde als Austragungsort die Obermainhalle in Burgkunstadt festgesetzt wurde, machten sich die 13 Ammersee-Girls bereits am Freitagnachmittag mit dem Bus auf die 4-stündige Reise zum ca.330 km entfernten Spielort.


Bis auf die verletzte Patricia Riesler hatten sich alle Kranken und angeschlagenen Mädels wieder rechtzeitig fit gemeldet und auch die Unterstützung aus der C-Jugend Marina Kahl, Nora Freymann und Mona Orlando gingen mit auf die Fahrt. Lediglich Marietta Engelhard musste leider noch kurzfristig passen, da sie sich im Abschlusstraining an der Hand verletzt hatte.

Gut gelaunt erreichten die Mädels gegen 20.00 Uhr ihre Unterkunft und bezogen ihre Zimmer. Nach einem gemeinsamen Abendessen, war dann auch schon bald Bettruhe angesagt.

Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück zu Fuß zur Obermainhalle, wo man zuerst einmal in Ruhe die Finalatmosphäre aufsaugen und die potentiellen Gegner schon einmal beobachten konnte.

Um 12.15 Uhr war es dann soweit, dass erste Spiel  für die Mädels gegen den Meister ÜBOL Nord-Ost den HV Oberviechtach stand auf dem Programm. Gleich zu Beginn ein harter Brocken, der dem Herrschinger Team alles abverlangte. Die Abwehr und beide Torhüter standen bombensicher so dass der Oberpfälzer Mannschaft nur zwei  Feldtore gelangen. Aber leider konnten sich auch die Herrschinger Mädels im Angriff nicht wie gewohnt in Szene setzen. Durch ein paar kleine Unachtsamkeiten und Ungenauigkeiten im Abschluss lies man für die kurze Spielzeit von 2x10 min. zu viele Chancen ungenützt. So blieb es einem harten Kampf auf Augenhöhe bei dem sich keine Mannschaft absetzen konnte und beim Stand von 2-2 wurden die Seiten gewechselt . in der zweiten Halbzeit suchten die Mädels beim Stand von 4-4 ein paar Sekunden zu früh den entscheidenden Abschluss, der jedoch in der Oberviechtacher Deckung hängen blieb und den Oberpfälzern ihrerseits noch einmal die Chance zum Gegenstoß gab. Doch die Mädels fighteten vorbildlich und konnten die gegnerische Spielerin fair und regelkonform noch vor dem Abschluss blockieren. Leider hatte der Schiedsrichter die Situation anders bewertet und entschied auf  7m-Strafwurf gegen Herrsching. Diese Chance lies sich Oberviechtach nicht entgehen und vollstreckte zum 5-4 Endstand.

Auf Grund der anderen Ergebnisse war jedoch klar, dass die erste Saisonniederlage zwar unnötig und ärgerlich war, aber mit einem Sieg im zweiten Spiel gegen TSV Lohr der Halbfinal-Einzug trotzdem noch klar gemacht werden konnte. Entsprechend motiviert und engagiert gingen die Mädels in das Match. Die Abwehr stand wieder sehr sicher und nach anfänglichem Abtasten in der ersten Halbzeit mit einer 5-3 Führung, gab man noch einmal richtig Gas und zog dem  Meister der ÜBOL Nord-West endgültig den Zahn, so dass letztendlich ein souveräner 11-5 Sieg herausgeworfen wurde und auch die jüngeren Spielerinnen zu ihren Einsatzzeiten kamen.

Im Halbfinale bekam man es mit dem wohl härtesten Brocken, der Heimmannschaft von der SG Kunstadt-Weidhausen zu tun. Die Oberfränkinnen waren, wie das Herrschinger  Team verlustpunktfrei durch die Liga marschiert und hatten sich auch beim Final-Turnier noch keine Blöße gegeben und beide Vorrundenspiele souverän gewonnen. Ein hartes Stück Arbeit lag vor den Ammersee-Girls. Von Beginn an schenkten sich beide Mannschaften nichts und fanden beiderseits meist  in der gegnerischen Abwehr oder den Torhütern ihre Meister, so dass es zur Halbzeit 2-2 stand. Nach der Pause erwischten die Gastgeber den besseren Start und konnte sich schnell mit 4-2 absetzen, aber obwohl das heimische Publikum sich schon auf der Siegerstraße wähnte, konnten die Herrschinger Mädels noch einmal zurückschlagen und zum 4-4 ausgleichen. Auch den erneuten Führungstreffer  der SG Kunstadt-Weidhausen zum 5-4 konnte Sekunden vor Schluss noch einmal egalisiert werden, so dass ein 7m-Werfen über den Finalteilnehmer entscheiden musste.

Dieses  7m-Werfen war an Dramatik kaum zu überbieten. 5 Werferinnen mussten für jede Mannschaft antreten. Nachdem die Kunstädter Torhüterin die Würfe der ersten beiden Herrschinger Werferinnen stark entschärfen konnte und Kunstadt zweimal  traf sah es für die Ammersee-Girls schon nach einem schnellem Ende aus, aber in der Folge zeigten die Oberfränkinnen Nerven: Herrsching konnte zweimal verwandeln und die Würfe von Kunstadt gingen neben das Tor bzw. krachten an den Pfosten. Alles wieder ausgeglichen. Aber auch den letzten Herrschinger Wurf parierte die Kunstädter Torhüterin überragend. Im Anschluss gingen die Emotionen auf eine Achterbahnfahrt. Die letzte Kunstädter Werferin tritt an und wirft, Betti hält überragend, alles jubelt und freut sich, dass die erneute 7m-Verlängerung erreicht ist. Aber der Schiedsrichter unterbricht die Jubelszenen und lässt den letzten 7m wiederholen, da er noch nicht durch den Anpfiff freigegeben war. Im zweiten Versuch zeigte die Kunstädter Spielerin Nervenstärke und verwandelte den 7m zum 8-7 Sieg für Kunstadt.

Natürlich war die Aufregung und die Enttäuschung bei den Mädels groß, aber ein 7m-Werfen ist und bleibt zu großen Teilen Glücksache und es muss sich niemand einen Vorwurf machen. Die Mädels haben ein bärenstarkes Turnier gespielt und mit einem Quäntchen mehr Glück wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Auf jeden Fall, denke ich, wird diese Reise für alle beteiligten eine unvergessliche Erinnerung bleiben und auch ein dritter Platz ist nach einer überragenden Saison  aller Ehren wert.

Und wir können als Trost mitnehmen, dass uns selbst der Turniersieger nur im 7m-Werfen schlagen konnte. Die SG Kunstadt –Weidhausen setzte sich im Endspiel in einem ebenfalls hart umkämpften Spiel mit 10-9 gegen den HV Oberviechtach durch und holte sich die Meisterschaft.

Glückwunsch an die Mädels  von der SG Kunstadt – Weidhausen und vielen Dank an die Organisatoren, für ein reibungsloses und faires Turnier in guter Atmosphäre. In meinen Augen ein würdiges Finalturnier auf einem sehr gutem Niveau, in dem alle Teams zeigen konnten wieso sie während der Saison ihre jeweiligen Staffeln so dominieren konnten und in dem nur Kleinigkeiten oder  in manchen Situationen das berühmte Quäntchen Glück den Unterschied ausmachten.

Vielen Dank vor allem an Euch Mädels, für eine tolle Saison und natürlich auch an die C-Jugend-Spielerinnen, die uns die ganze Saison über und auch beim Finalturnier großartig unterstützt haben.

 

Eingesetzte Spielerinnen:

Livia Walcher,  Lena Wolf, Nora Freymann, Marina Kahl (1/1), Alicia Plank (1/1), Simona Orlando, Lu Kopatsch (1), Sarah Dittrich, Franzi Klang, Kim Nibbe (6/3), Betti Taubert, Anna Peroutka (10), Mimi Becker (1)